Dienstag, 21. Februar 2017

My Body Is A Wonderland oder: Reha - Gedanken

Als Frau ist man prinzipiell eher nicht zufrieden mit seinem Körper.
Ich kenne keine Frau, die von sich selbst behauptet, zu 100% glücklich mit ihrem Körper zu sein und keinerlei Problemzonen zu haben.
Und dabei gibt es in meinem Umfeld viele Frauen, die einen Körper wie Heidi Klum, Haare wie eine Disney – Prinzessin oder Gesichtszüge wie Barbie haben.
Auch ich selbst war noch nie in meinem Leben wirklich zufrieden mit mir.
Als Kind war ich superdünn und klein, wurde deshalb immer gehänselt und habe nie gelernt, meinen Körper zu akzeptieren.
Ich wurde von Erwachsenen, Lehrern und Mitschülern oft als „die Kleine“ abgestempelt und ich glaube genau daher kommt mein heute eher „lauter“ Charakter.
Ich musste mich immer beweisen, wollte mich aus dem Hintergrund in den Vordergrund schieben und habe schnell gelernt, dass ich meine kleine Körpergröße mit meiner Art, mich auszudrücken, kompensieren kann.
Die Pubertät war natürlich die Hölle.
Wer von vornherein ein falsches Selbstbild hat, den verwirrt sowas nur noch mehr.
Ich begann notgedrungen endlich, mir Gedanken über Ernährung zu machen. Und Bewegung.
Ich komme zwar aus einer sehr sportlichen Familie, wo die Wochenenden immer vollgepackt mit Wanderungen, Wintersport, Klettern oder Radfahren waren, aber irgendwann kurz vor den "schwierigen Jahren" habe ich mich dagegen natürlich wahnsinnig gewehrt und alles abgelehnt, was meine Eltern für gut befanden.


© Martin Kolp

Der Weg zurück zum Sport ging bei mir dann übers Tanzen.
Jazz-Dance, Modern – Dance, Paartanz, das hat mir immer Spaß gemacht.
Ich entwickelte wieder sportlichen Ehrgeiz und wollte besser werden.
Ich war als Kind auf keiner Ballett – Schule oder im Turnverein, also hatte ich gegenüber den anderen tanzbegeisterten Mädchen in der Jazzdance – Gruppe so einiges aufzuholen.
Einen Spagat habe ich im Leben noch nie geschafft und jeder Zentimeter Dehnbarkeit wurde gefeiert wie Weihnachten.
Während meiner Ausbildung zur Schauspielerin kamen dannYoga, Ballett und ein wenig Pilates dazu und schon dort bemerkte ich, dass ich keine Sekunde zu spät angefangen hatte, meinen Körper zu dehnen, Muskeln aufzubauen und zu lernen, sich gefühlvoll und bewusst zu bewegen.
Das Thema „Gewichtsverlust“ stand, nachdem ich über die Jahre des Erwachsenwerdens immer mehr zugelegt hatte, trotzdem immer im Fokus und ich schrieb mich in Fitness-Studios ein.
Das funktionierte mal mehr, mal weniger.
Ausdauersport war für mich schon immer eher eine Qual. Wie oft hab ich mich dazu überreden müssen, 40 Minuten auf dem Cross-Trainer „runterzubringen“.
Alleine der Schritt ins Studio war manchmal ein großer Kampf.
Mit der Ernährung war es genauso, mal hatte ich Zeit, darauf zu achten, mal weniger.


© Martin Kolp
                                                                                                                             

Aber jetzt kommen wir zum eigentlichen Grund dieses Beitrags:
Wenn ich könnte, würde ich heute gerne ins Jahr 2007 zurückreisen, als ich mich für den Jazzdance – Kurs eingeschrieben habe und mich bei mir selbst dafür bedanken.
Ich würde gerne DANKE sagen zu der Julia, die hohe Kosten auf sich genommen hat, um eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio zu erwerben, die beschlossen hat, dass es nicht egal ist, was man isst und die sich immer wieder und wieder auf den Cross-Trainer geschleppt hat.
Ich war dadurch zwar bei weitem noch kein durchtrainierter, gesunder Mensch, ich hatte meine Problemzonen, kaum sichtbare Muskeln und ernährte mich oft wochenlang sehr ungesund, ABER: es war alles so unglaublich wichtig und nicht umsonst.
Denn die Belohnung für all diese schwierigen Zeiten habe ich in den letzten Wochen erhalten.
Ich habe etwas ganz Essentielles verstanden: es geht nicht darum, Sport zu machen um superschlank und muskulös zu sein und stolz durchs Freibad spazieren zu können.
Gesunde Ernährung funktioniert nicht, wenn man sich nur noch von Früchten ernährt und auf Brot verzichtet. Sie ist nicht dazu da, um möglichst schnell ein paar Kilos zu verlieren.


© Martin Kolp
                                                                                                                                                                                

Es geht um was ganz anderes: den Körper gesund und fit zu halten.
Darauf vorbereitet zu sein, dass man ihn eventuell gerade in einer Ausnahmesituation in seiner Höchstform braucht.
Mein Drang, schlank zu sein, gut auszusehen, begehrt zu werden, hat mir einerseits sehr schwierige Zeiten beschehrt und auf der anderen Seite eine Basis gegeben, die ich hier und jetzt so dringend gebrauchen kann.
Zwei Wochen Reha liegen hinter mir und ich überrasche nicht nur mich selbst, sondern auch sämtliche Ärzte, Therapeuten und Mitpatienten damit, wie schnell sich mein Körper von diesen unsäglichen Strapazen erholt.
Mein Körper kennt kein Jammern, keine Schwäche, er macht jeden Schritt den ich machen will mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit mit und akzeptiert die Schmerzen, die ich während dieser Phase täglich habe.
Als Dank schenke ich ihm dieser Tage viel Geduld, positive Energie und Zuneigung.
Ich stresse mein neues Kreuzband nicht, gefälligst schneller gedehnt zu sein.
Wenn eine Übung zu sehr schmerzt, dann sage ich das dem Therapeuten und wir arbeiten langsamer.
Ich bemühe mich, schlechte Gedanken beim Yoga nicht zuzulassen.
Früher wäre ich vor Wut aus der Haut gefahren, wenn ich es plötzlich nicht mehr geschafft hätte, meine Beine flach auf den Boden zu legen, meine Füße mit den Händen zu umklammern und den Bauch auf die Oberschenkel zu legen.
Ein gar nicht mal so kleines Metallstück in meinem Rücken hat mir jegliche Beweglichkeit in der Wirbelsäule genommen und ich kann vorherige Übung nicht mal ansatzweise ausführen.
Aber darum geht es nicht. Ich bin nicht sauer auf meine Wirbelsäule.
Ich bedanke mich bei ihr, wenn wir es schaffen, die Stretching – Kursstunde zu absolvieren, ohne wegen Schmerzen aufgeben zu müssen.


© Martin Kolp
                                                                                                                                                                              

Für alle Reha-Patienten ist auch Ernährungsberatung Pflicht.
Im ersten Moment dachte ich noch „Was wollen die mir da noch Neues erzählen?
Ich weiß doch, wieviel Würfelzucker in einer Cola stecken!“
Aber am Ende war es wahnsinnig interessant und ich konnte vieles mitnehmen.
Die täglich empfohlene Obst – Menge zum Beispiel.
Früher habe ich mich oft von Obst ernährt und einen Apfel als Snack (oder statt dem Frühstück) gegessen.
Was ich nicht gewusst habe: mehr als zwei handgroße Portionen Obst sollte man eigentlich gar nicht essen. Wegen dem Zucker!
Und nicht, weil der dick macht, sondern weil zu viel Zucker einfach ungesund und nicht gut für deinen Körper ist.
Mit 25 denkt man sich: mir egal.
Die Figur zählt.
Zucker hin oder her, ich werd schon nicht krank.
Hauptsache kein Brot oder Schokolade essen.
Auch das kann ich heute einfach nicht mehr so sehen wie früher.
Auch mit 25 kann man krank werden.
Oder einen Unfall haben, der das gesamte System enorm durcheinanderbringt.
Ohne ein gutes Immunsystem hätte ich mir in der kritischen Phase vielleicht eine Lungenentzündung geholt oder mich mit tausend verschiedenen Keimen, die in so einem Krankenhaus rumschwirren, angesteckt.
Zum Glück war mein Immunsystem stark genug – ein bisschen durch meinen immer bewussteren Lebenstil, aber auch ein bisschen durch pures Glück.


© Martin Kolp
                                                                                                                                                                               

Ich möchte das eigentlich nicht mehr dem puren Glück überlassen.
Ich möchte meinen Körper zu seinem stärksten Ich formen.
Denn er hat in den letzten Wochen so unglaubliches geleistet, so viel verziehen, vergessen und ertragen, dass ich ihm das einfach schuldig bin.

Natürlich bleibt Pizza weiterhin mein Lieblingsessen.
Und ich bin immer noch „Julia Bakes“, die backbegeisterte Dessert - Liebhaberin.
Das wird sich nicht ändern.
Aber meine Einstellung zur Verantwortung, die man für seinen Körper hat, schon.
Man kann sich nicht einfach blind durchs Leben schummeln, die Finger kreuzen und hoffen, dass es einen nie trifft.
Denn wenn es dann doch passiert, ist es leider einfach schon zu spät.

Man muss sich bewusst sein, dass unser Körper unser tägliches Werkzeug ist, das Pflege, Aufmerksamkeit und Zuneigung braucht.
Ein gut gewartetes Werkzeug überlebt und übersteht so einiges.

In diesem Sinne:
lasst uns versuchen, unsere Körper mehr zu lieben, nicht, weil Fitnessgurus, Ratgeber, Experten und Heidi Klum das predigen, sondern weil wir wahnsinnig dankbar sein können, dass unser Körper Tag für Tag so einiges mit uns mitmacht und wir uns auch in den meisten Fällen auf ihn verlassen können.
Schenkt ihm die Aufmerksamkeit, die er verdient und seid euch bewusst, dass er für euch da sein wird, wenn ihr ihm irgendwann mal alles abverlangen müsst.
Unser Körper nimmt uns den Bissen Schokolade oder das gelegentlich abgesagte Workout nicht übel, er nimmt es uns aber sehr übel, wenn wir ihn beschimpfen, nicht akzeptieren und quälen.
Ich werde den Moment nie vergessen, als ich absolut regungslos in einem Bett lag, die ersten Schritte und Bewegungen noch Wochen in der Zukunft lagen und ich mir so sehr gewünscht hätte, leicht beschwingt auf einen Crosstrainer hüpfen zu können.
Meine Muskeln zu spüren, zu schwitzen, sich gut zu fühlen.
Diesen Moment werde ich mir im Kopf behalten und mich daran erinnern, wenn ich irgendwann mal wieder überlege, ob ich direkt aufs Sofa oder erstmal ins Fitness – Studio gehen soll.


© Martin Kolp
                                                                                                                                                                               


Gefallen euch die Bilder dieses Posts?
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Montag, 30. Januar 2017

Die Zwangspause oder: Schön ist es, auf der Welt zu sein

Frau M., machen Sie in Ihrem Leben eigentlich auch Pausen?“
Diese Frage wurde mir eines Tages während des Aufenthaltes hier in der Klinik gestellt.
Ich wollte sofort „Ja!“ sagen, aber dann musste ich plötzlich stutzen.
Was sollte diese Frage eigentlich bedeuten?
Natürlich mache ich Pausen.
Mittagspause, Urlaub am Meer, Wochenenden, Serienabende. Oder ganz konkret: nach meiner Physiotherapie mache ich auch immer ein kurzes Nickerchen, bevor es zur Beingymnastik geht.
Und dann habe ich ganz ehrlich über diese Pausen nachgedacht.
Mittagspause heißt oft Essen warmmachen und neben dem PC essen. Wenn dann das Telefon klingelt, dann gehe ich oft auch dran.
Während der Urlaubstage am Meer habe ich täglich meine sämtlichen Accounts bei sozialen Netzwerken gecheckt und ganz nebenbei auch noch ein Vorstellungsgespräch geführt und einen neuen Job ergattert.
Am Wochenende arbeite ich alle zwei Wochen in meinem Nebenjob in der Gastronomie.
Wenn ich dort nicht arbeite, dann arbeite ich an einem neuen Blogpost.
Und das Nickerchen nach der Physiotherapie ist eigentlich auch geprägt von Gedanken an das, was ich alles noch erledigen muss an diesem Tag.




Tatsächlich habe ich erst einmal in meinem Leben eine RICHTIGE Pause gemacht: nach der Matura, als ich als Studentin eingeschrieben war, aber nach drei Wochen einfach nicht mehr hinging. Stattdessen habe ich ein ganzes Jahr damit verbracht, lange zu schlafen, ein wenig zu arbeiten, mich auf die Aufnahmeprüfungen an Schauspielschulen vorzubereiten, „Sims“ zu spielen, nach New York zu reisen, meine kleine Nachbarin zu bespaßen, eine sehr enge Beziehung zu einem Kater aufzubauen, in einem Musical mitzuspielen und ein paar Pies zu backen.
Es war ein gutes Jahr.
Es ist nichts passiert, keine Karriere, kein großartiges Einkommen.
Ich habe einfach nur gelebt, ohne viele Sorgen und Verpflichtungen.

Klar, ich war 19 Jahre jung, lebte zuhause. Für mich wurde gesorgt.
Es ist einfach, in so einer Situation loszulassen und einfach mal nichts zu machen.
Heute wäre das viel viel schwieriger.

STOP.
Genau hier möchte ich einhaken: WARUM zum Teufel ist es heute schwieriger?
Vieleicht ist die Entscheidung, eine Pause zu wagen, schwierig, aber meine tatsächliche Pause verläuft bis jetzt eigentlich äußerst unkompliziert und es ist auch gar nicht schwierg. (Den Umständen entsprechend.)
Mein Schicksal hat am 15. Dezember vergangenen Jahres beschlossen, dass mir der Part mit dem Entscheiden erspart bleibt und ich ganz einfach zu einer Pause gezwungen werde. Ob ich wollte, oder nicht.

Es begann mit einem kleinen Moment.
Ein Zusammenstoß, der mein Leben verändert hat, gefolgt von 40 seltsamen, irreal wirkenden Minuten.
40 Minuten, so lange hat es gedauert, bis ich nach meinem Unfall in einem Schockraum in München in eine, im wahrsten Sinne des Wortes, künstlche Pause geschickt wurde. Eine Pause, die bis heute anhält und noch lange nicht vorbei sein wird.
Ich wünsche NIEMANDEM auf dieser Welt, dass es das erleben muss, was ich erlebt habe.
Aber für mich war es wohl an der Zeit.
So klicheehaft das jetzt auch klingen mag, dieser Unfall und meine Zwangspause haben mich wahnsinnig zum Nachdenken gebracht.
Was will ich von diesem Leben und warum kann ich keine Pausen machen? Warum habe ich so große Angst davor?

Und warum setze ich mir selbst immer wieder Limits?
Wie oft habe ich mir selbst gesagt, dass ich all meine Träume sowieso niemals verwirklichen kann, dass das alles total unrealistisch ist?
 




Nun, als ich kurz vor Weihnachten mit einer zweistelligen Zahl von Knochenbrüchen in einem Krankenhaus in München lag und meine Lunge so schwach war, dass ich kaum mehrere Sätze hintereinander sprechen konnte, ohne atemlos zu sein, konnte ich es mir auch nicht vorstellen, jemals wieder tanzen zu können oder irgendwann mal wieder voller Inbrunst einen Popsong zu singen.
Und dann war es tatsächlich so, dass ich nach nur 6 Wochen meine ersten Schritte gemacht habe.
Gesungen habe ich sogar noch früher, bereits eine Woche nach dem Unfall.
Ich wurde operiert und hatte ganz schön Angst davor.
Irgendwo habe ich mal gehört, dass man das Gefühl der Angst nicht verspüren kann, während man singt.
Also habe ich mit erschöpfter, zarter Stimme gemeinsam mit meinem Papa (und später ein paar supercoolen Ärzten) „Über den Wolken“ gesungen, bis mich die Narkose ins Traumland geschickt hat.

Zu sehen, wie unrealistisch diese Träume anfangs schienen und wie schnell ich sie mir aber verwirklicht habe, hat mich verändert.
Ich bin heute viel mutiger. Abenteuerlustig. Ein wenig furchtloser.
Und vor allem geht mir ständig ein Satz im Kopf rum: WARUM NICHT, VERDAMMT?!
Warum ständig Angst und Sorgen haben? Warum sich ständig selbst anzweifeln?
Warum sich ständig in der Komfortzone verstecken?

Ich habe am eigenen Leib erfahren, dass es manchmal nur eine Sekunde ist, die entscheidet, ob man überleben darf oder nicht.
Und ich habe in dieser einen Sekunde erkannt, dass ich noch nicht bereit bin, zu gehen.
Ich habe so viele Pläne und Träume, die ich in die Tat umsetzen möchte.
Und ich möchte nun keine Zeit mehr verlieren.

Im Hinterkopf bleibt natürlich immer die Ermahnung, dass ich nicht verlernen sollte, Pausen zu machen. Motivation und Energie lassen manchmal keine Pausen zu.
Aber auch davor habe ich keine Angst mehr: einfach mal stehen zu bleiben, durchzuatmen und mich hinzusetzen. Im wahrsten und auch im übertragenen Sinne des Wortes.

Warum ich das hier alles schreibe?
Weil ich weiß, wie viele junge (und auch ältere) Menschen sich da draußen mit genau diesen Gedanken rumschlagen.
Und mal ganz ehrlich, es kann nicht jeder von uns erst einen schweren Unfall haben, bis man diese Dinge erkennt.
Ich hoffe, dass ich euch motivieren kann, mutig zu sein und keine Angst zu haben, auch mal für euch selbst einzustehen und einfach NEIN oder STOPP zu sagen.
Niemand schreibt uns vor, wie wir unser Leben zu leben haben.
Es ist schwierig, aus festgefahrenen Situationen wieder auszubrechen und sich in unbekannte Gewässer zu begeben, aber es ist absolut notwendig, das ab und zu mal zu tun.
Wir haben nicht ewig Zeit. Ist leider so.

Ich erlebe nun die siebte Woche nach meinem Unfall und habe mir meine Mobilität zurück gekämpft. Schritt für Schritt. Es lagen viele Steine im Weg und es wird noch sehr viel länger als nur sieben weitere Wochen brauchen, bis ich wieder komplett fit bin, aber ich bin wirklich dankbar für jeden einzelnen Tag, für jeden Schritt, jede Umarmung eines lieben Menschen.
Ich arbeite jeden Tag daran, eine schreckliche Situatuion in eine Gute zu verwandeln und ich sage euch: ich bin auf dem besten Weg dahin.





Es ist SO, SO schön, auf dieser Welt zu sein. Egal, wie viele böse Kriege grade herrschen, egal, ob Amerika sich grade selbst zu Grunde richtet, wir alle überarbeitet oder voller Liebeskummer sind: es ist einfach WUNDERBAR, zu leben.
Und das alleine macht jeden Tag lebenswert.

Ich möchte an dieser Stelle auch kurz noch DANKE an ein paar Menschen sagen, die mich bisher begleitet haben und mein neues Leben so erträglich wie möglich gemacht haben.
Ihr habt Unglaubliches geleistet, seid über eure eigenen Grenzen gegangen, habt euch selbst ganz hinten und mich ganz vorne angestellt, ward stark für mich, habt mit mir gelacht und geweint, habt mir Hoffnung genauso wie Realität gegeben, mich mit allem versorgt, was man in einem Krankenhaus braucht, mir eure Anteilnahme ausgesprochen und selbstlos gehandelt.
Ihr seid der Grund, warum ich so schnell wieder auf die Beine gekommen bin, warum ich voller Tatendrang und Energie stecke und warum ich mein Leben heute einfach nur unglaublich liebe.
Namen brauche ich keine nennen, ihr wisst, wen von euch ich meine.





Freitag, 30. Dezember 2016

Stimmungsmacher oder: Rumkugeln


                                                                                                                               Recipe in English


Der Text zu diesem Post entstand wenige Tage vor dem 15. Dezember
An diesem Tag hat sich in meinem Leben einiges verändert, denn ich wurde in einen Verkehrsunfall verwickelt und befinde mich seitdem im Krankenhaus.
Ich möchte euch die Rumkugeln, die ich extra für Weihnachten gemacht habe, nicht vorenthalten, deshalb poste ich diesen Text so, wie ich ihn damals verfasst habe.
Trotz allem war diese Vor-Weihnachtszeit eine sehr schöne für mich und ich werde mich gerne an sie zurückerinnern.
Rumkugeln passen ja auch perfekt zu Silvester.
Ich wünsche euch ein frohes neues Jahr mit viel Gesundheit und Zeit mit euren Lieben.
Das ist vorerst mein letzter Post, aber ihr werdet wieder von mir hören!!!
Alles Liebe, Julia

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Ich habe mir in diesem Jahr schon im Oktober etwas vorgenommen:
Weihnachten 2016 wird genossen. Und so richtig erlebt. Wie früher.
Ich habe mir vorgenommen, dieses Jahr nicht an Silvester traurig zu bemerken, dass die Weihnachtszeit schon vorbei ist, dass ich kein einziges Mal über einen Christkindlmarkt geschlendert bin, dass ich "Love Actually" nicht gesehen habe und "Last Christmas" nie beabsichtigt, sondern nur "versehentlich" während einer Shopping - Tour gehört habe.





Bisher läuft mein Plan (natürlich) nicht ganz so rund wie vorgesehen.
Die Weihnachtsstimmung kommt so ganz ohne Schnee irgendwie nicht richtig auf, Stress hat man sowieso immer und die Tage vergehen einfach viel zu schnell.
Damit ich aber nicht ganz von meinem Plan abkomme, habe ich mir vorgenommen, in diesem Jahr einfach ganz viel zu backen.
Das kann ich nämlich ganz gut selbst beeinflussen, dazu braucht's gar keinen Schnee.





Und so kam es, dass ich mich in den letzten Wochen abends immer wieder in meiner Küche eingefunden, in Rezeptheften gestöbert, weihnachtliche Köstlichkeiten fabriziert und Geschenksverpackungen gebastelt habe.
Dabei liefen Weihnachts - Playlists (mein momentaner Liebling: das "That's Christmas To Me" - Album von Pentatonix), es wurde Tee geschlürft, Kerzen angezündet und viel genascht. 
Bis auf den Schuss Rum (in den Kugeln UND im Tee) war das ganz so wie früher....und Weihnachtsstimmung kam auch endlich mal wieder auf.
Schön!




RUMKUGELN
für ca. 30 Kugeln

für die Kugeln
125g Butter, weich
125g Puderzucker
eine geriebene Tonkabohne
1EL Back - Kakaopulver
6 - 8EL Rum, nach Belieben
150g Haselnüsse, gerieben
200g Zartbitterschokolade
150g Vollmichschokolade

für die Deko

200g Haselnusskrokant
50g Haselnüsse, gerieben


Die Schokolade klein hacken und über einem Wasserbad vorsichtig schmelzen.
Die Haselnüsse, den Rum und das Kakaopulver zur Schokolade geben und gut einrühren.

Die weiche Butter mit dem Puderzucker und der geriebenen Tonkabohne mit einem Mixer zu einer hellen, fluffigen Masse aufschlagen.
Die Schokoladen - Masse zur Butter - Masse geben und gut vermischen.

Sollte die Masse nun etwas zu weich sein, für 10 - 15 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Aus der Masse nun murmelgroße Kugeln formen und in einer Schüssel mit den geriebenen Haselnüssen und dem Krokant wälzen.

Die Rumkugeln kühl lagern.





Rezept gefunden auf: ichkoche.at

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Käffchen mit JURA oder: Kaffee - Amaretto - Törtchen*

                                                                                                                                     Recipe in English

An viele "erste Male" in seinem Leben erinnert man sich irgendwann nicht mehr.
An meinen ersten Kaffee erinnere ich mich jedoch noch sehr, sehr gut.
Es war im Februar 2012 in Venedig.
 

Ich war mit meiner Familie während der Semesterferien dort und eines Morgens fanden wir uns in einer der vielen Bars ein, die Espresso, Cappuccino und süßes Gebäck verkaufen.
Meine Mama, eine große Kaffee - Liebhaberin, bestellte sich wie üblich einen Cappuccino.
Und aus irgendeinem Grund musste ich an diesem Tag dieses "Erwachsenengetränk" einfach probieren.
Nun, es war natürlich eine Offenbarung.
Wenn die Italiener eines können, dann ist es KAFFEE. (Okay, Pizza auch.)


Von diesem Tag an mochte ich Kaffee und aus dem anfänglichen Latte Macchiato mit viel Milchschaum ist inzwischen der pure, schwarze Kaffee zu meinem Lieblingsgetränk am Morgen geworden.
Ich trinke tatsächlich viel Kaffee. Egal ob als große Tasse am Morgen, als Espresso nach einem langen Dinner - Abend, als fancy Pumpkin - Spice Latte (einmal im Jahr) bei Starbucks oder in jeglicher anderer Art: Tiramisu, Eis, Pralinen, Kuchen - egal. Ich liebe Kaffee.

Als der Kaffeemaschinenhersteller JURA mich im Herbst fragte, ob ich Lust auf eine Kooperation hatte, lief das ungefähr so ab: "Julia, hast du Lust einen unserer Vollautomaten bei dir zu hause zu testen, ganz viel Kaffee zu trinken und etwas mit Kaffee zu backen?"
Natürlich hatte ich Lust!
Mitte November stand dann ein riesengroßes Paket vor meiner Haustüre und musste erstmal mit helfenden Händen zwei Stockwerke ins Dachgeschoss getragen werden.
Die JURA Z8 aufzubauen ging ziemlich schnell, die Bedienungsanleitung brauchte ich auch ganz schnell gar nicht mehr, denn über den Touchscreen wird man sehr genau angeleitet, welche Schritte man gehen muss, um an leckeren Kaffee zu kommen.


Mit im Paket waren auch drei verschiedene JURA - Kaffeesorten: "Cafe Creme, Blend", "Malabar Monsooned Indien, Pure Origin" und "San Antonio Honduras, Pure Origin".
Ich habe alle drei getestet.
Mein Fazit:
"Cafe Creme" hält, was es verspricht. Der Kaffee kommt mit einer wunderschönen, sehr stabilen Crema und schmeckt angenehm mild. Ich habe den "Cafe Creme" gerne mit etwas Milchschaum (ausnahmsweise) als Cappuccino getrunken.
"Malabar Monsooned Indien, Pure Origin" eignet sich perfekt für die Tasse Kaffee am Nachmittag. Der Kaffee schmeckt leicht (und trotzdem angenehm) bitter und bringt auch eine gewisse (an Nachmittagen sehr wichtige) Stärke mit sich.
Zum Frühstück habe ich immer eine Tasse "San Antonio Honduras, Pure Origin" genossen. Der Duft der gerösteten Bohnen kombiniert mit einem sehr milden, vollendeten Kaffeegeschmack hat sogar einen Morgenmuffel wie mich aus dem Bett gebracht.


Nun zum Vollautomaten: die JURA Z8 eignet sich in meinen Augen perfekt für eine Familienküche oder größere Haushalte.
Sie nimmt viel Platz ein, bietet dadurch aber auch jede Menge Kaffee - Auswahl, was für Familien oder Wohngemeinschaften, wo die Kaffee - Geschmäcker unterschiedlich sind, perfekt ist.
Vom einfachen Espresso bis hin zum Latte Macchiato ist alles mit dabei. Sogar Teewasser wird hier ruckzuck aufgetischt. Einen Anschluss für Milch gibt es natürlich auch.
Man kann ohne Probleme Einstellungen verändern, zum Beispiel die Mahlstärke oder den Energiesparmodus.
Die JURA Z8 stand nur ein paar Wochen bei mir zuhause, also habe ich mir Wartungsarbeiten usw. natürlich gespart, aber das Konzept eines Vollautomaten ist wirklich unkompliziert und nicht mit aufwendigen Reinigungsarbeiten verbunden.
Die Erfahrung, einen JURA Vollautomaten in meiner Küche stehen zu haben, war eine sehr schöne und hat mich von dieser praktischen und geschmacklich wirklich sehr guten Art des Kaffeemachens auf jeden Fall überzeugt.
Ich bedanke mich bei JURA für diese Kooperation, das hat richtig Spaß gemacht!

Vor allem den Duft der gerösteten Bohnen werde ich sehr vermissen....
                                                                                                                                            





KAFFEE - AMARETTO - TÖRTCHEN

für die Ganache

700g Zartbitterkuvertüre
400ml Sahne
4g lösliches Kaffeepulver

für den Teig 

150g dunkle Schokolade (70% Kakaoanteil)
350g Mehl
60g Back - Kakaopulver
350g Feinkristallzucker
1 TL Natron
Prise Salz
3 Bio - Eier, M
240ml Kaffee, kalt, zum Beispiel  "Malabar Monsooned Indie" von JURA
240ml Buttermilch
210ml Pflanzenöl

außerdem

Amaretto
Puderzucker

Die Ganache am besten am Vortag zubereiten, denn sie sollte 6 - 8 Stunden lang auskühlen und fest werden.
Die Kuvertüre fein hacken. Die Sahne in einem mittelgroßen Topf erhitzen. Wenn die Sahne lauwarm ist, das Kaffeepulver einrühren und auflösen.
Wenn die Sahne zu kochen beginnt, den Topf vom Herd nehmen und die Kuvertüre dazugeben. Die Schokolade vorsichtig einrühren, bis alle Klümpchen geschmolzen sind.
Die Ganache nun für 6 - 8 Stunden beiseite stellen und bei Raumtemperatur fest werden lassen.

Für die Schokoladen - Kaffeeböden zwei Backformen mit 18cm Durchmesser einfetten und mit Backpapier auskleiden. Den Backofen auf 200°C Ober - und Unterhitze vorheizen.
Die dunkle Schokolade in einem Standmixer oder mit einem Messer sehr fein hacken und dann zusammen mit Mehl, Kakaopulver, Feinkristallzucker, Natron und Salz in einer Schüssel vermischen.
In einer zweiten Schüssel die Eier mit dem kalten Kaffee, der Buttermilch und dem Pflanzenöl verrühren.
Nun die Mehl - Mischung vorsichtig in die Ei - Mischung einrühren und zu einem glatten Teig mixen.
Den Teig gleichmäßig auf die beiden Backformen aufteilen. 
Die Backformen in den vorgeheizten Backofen geben und die Kuchen für mindestens 45 Minuten backen. Da der Teig sehr flüssig ist, dauert es etwas länger, bis er vollständig gebacken ist.
Am besten immer wieder mit einem Stäbchen testen, ob der Kuchen innen noch flüssig ist.
Die gebackenen Kuchen aus dem Ofen nehmen und vollständig auskühlen lassen.
Dann jeweils in der Mitte teilen, so dass vier Kuchen - Böden entstehen.

Ein Drittel der Ganache nun in eine separate Schüssel geben, die wird später zum Einkleiden der Torte verwendet.
Den Rest der Ganache etwas erwärmen (zum Beispiel in der Mikrowelle oder im noch warmen Backofen), damit sie sich leichter aufschlagen lässt.
Die Ganache nun mit einem Handmixer etwa eine Minute lang zu einer fluffigen Masse aufschlagen. Zwei Esslöffel der geschlagenen Ganache ebenfalls für die Dekoration. beiseite stellen.
Eine Springform auf 18cm einstellen und den ersten Kuchenboden in die Springform legen.
Mit einem Pinsel etwas Amaretto auf den Kuchenboden streichen, dann zwei bis drei Esslöffel der gschlagenen Ganache auf dem Boden verteilen.
Den Schritt nun wiederholen, bis alle Kuchenböden verteilt sind.
Die Springform kurz in den Kühlschrank stellen, damit das Törtchen fest wird.
Mit dem Rest der vorhin beiseite gestellten, ungeschlagenen Ganache einstreichen.
Den Rest der geschlagenen Ganache in einen Spritzbeutel mit geschlossener Sterntülle füllen und kleine Tuffs auf die Oberfläche der Torte spritzen.

Vor dem Servieren mit etwas Puderzucker dekorieren.









Dieser Post entstand in Kooperation mit JURA. *Werbung

Rezept für das Törtchen nach einem Rezept von Jemma Wilson, "The Cake Book"

Freitag, 2. Dezember 2016

Revival oder: Schoko - Cranberry - Mini - Pies für HALLHUBER

                                                                                                                                   Recipe in English

Vor etwa zwei Jahren habe ich hier über Weihnachten 2014 geschrieben:
dass ich kaum Zeit hatte, etwas zu backen, dass es keinen Schnee in Tirol gibt und dass ich noch kurz vor Weihnachten nach Paris fliege.
Ich habe außerdem ein Rezept für Cranberry - Schoko - Mini - Pies gepostet.
Wie viel sich in diesen zwei Jahren verändert hat, das könnt ihr an den Fotos zu besagtem Rezept sehen.
Ich bitte, hier zu klicken.


Als Hallhuber mich um ein Keks - Rezept für den Hallhuber - Styleblog gebeten hat, dachte ich sofort an meine Mini - Pies, denn die waren wirklich sehr lecker!
Nur diese Fotos, die kamen einfach überhaupt nicht in Frage für mich.
Also habe ich die Pies kurzerhand neu gebacken und sie mit zwei Jahren Blog - Erfahrung mehr fotografiert.


Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell und unbemerkt man einen gewissen Sinn für Foodblog - Fotos entwickelt. Es hat lange gedauert, bis ich meinen Stil gefunden habe, aber mittlerweile weiß ich wirklich immer ganz genau, wie die Fotos am Ende aussehen sollen.
Ich weiß, wann ich mein Set aufbauen muss, um das beste Sonnenlicht zu kriegen.
Ich weiß, welche Farbe zu welchem Hintergrund passen.
Ich weiß, welche Tageszeit welche Kameraeinstellung benötigt und mit welchen Schritten ich mit meinem (old-old-oldschool!) Bearbeitungssystem glücklich werde.
Es gibt noch so, so viel zu lernen und eine neue, richtige Kamera müsste auch endlich mal her, aber ich denke, es schadet nicht, mal inne zu halten und sich über Wachstum und Qualitätsverbesserung des eigenen Blog - Babys zu freuen.




SCHOKO - CRANBERRY - MINIPIES
(für 8 Stück)

für den Teig
120g kalte Butter, gewürfelt
175g Mehl
1/2 TL Salz
60g Zucker
1 Eigelb

für die Füllung
100g Vollmilchkuvertüre
30g Butter
eine handvoll gehackte Walnüsse
50g getrocknete Cranberries, zerhackt

Für den Mürbteig acht Mulden eines Muffinblechs einfetten und mit Mehl bestäuben. Ihr benötigt außerdem einen runden Keksausstecher (ich habe eine kleine Tarteletteform verwendet), die größenmäßig zu den Muffinmulden passt. Weiters benötigt ihr einen Stern-Keksausstecher, der größenmäßig auf die Oberfläche der Pies passt.
Die kalte Butter mit dem Mehl, Salz, Zucker und Eigelb in eine große Schüssel geben und mit den Händen kräftig kneten, bis ein fester Mürbeteig entstanden ist. Den Teig zu einem Ball formen, in Frischhaltefolie wickeln und eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen.
Nach der Ruhezeit den Teig 0,5cm dick ausrollen und mit einem großen Keksausstecher (oder einer kleinen Tarteletteform) acht Kreise ausstechen. Die Kreise in die Muffinmulden legen und mit einer Gabel Löcher in die Böden stechen. Das ist wichtig, damit die heiße Luft entweichen kann und der Boden der Pies sich nicht aufbläst, während der Teig gebacken wird.
Aus dem restlichen Teig 8 - 10 Sterne ausstechen (ich backe immer ein paar Reservekekse) und dann die Förmchen und Sterne in den Backofen schieben.
Die Sterne werden zuerst fertig, passt also auf, dass sie nicht zu dunkel werden.
Etwa 5 - 10 Minuten später sollten auch die Förmchen goldbraun gebacken sein.
Die gebackenen Teile auskühlen lassen und die Füllung zubereiten.
Dazu die Schokolade mit der Butter über einem Wasserbad vorsichtig schmelzen und dabei immer wieder gut umrühren. Wenn eine glatte Masse entstanden ist, die Nüsse und Cranberries dazumischen und dann die Füllung mit einem Teelöffel auf die ausgekühlten Förmchen verteilen.
Sofort einen Stern in die Masse drücken.
Die Schokolade 1 - 2 Stunden lang fest werden lassen.
Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben - und fertig!



Montag, 21. November 2016

Schoko - Birne - Cupcakes mit Piment

                                                                                                                                    Recipe in English

Es gibt so Phasen, da kommen von überall her neue Ideen für den Blog.
Ich führe eine Handy-Liste mit allen Rezepten, die ich gerne ausprobieren und bloggen möchte.
In letzter Zeit füllt sich diese Liste sehr rasant. Das mag am Herbst liegen, der mich mit seinen Farben immer wieder fasziniert, oder am so schnell näher kommenden Weihnachten, welches erhöhten Zuckerkonsum jedes Jahr aufs Neue rechtfertigt.

Viele Ideen heißt: Liste abarbeiten! Das führt manchmal zu Tagen, an denen ich von früh bis spät nur backe, Sets aufbaue, Fotos schieße und wieder von vorne beginne.
Dann riecht es in der Wohnung das ganze Wochenende über nach Kuchen, ich komme am Montagmorgen mit Boxen voll Süßigkeiten bei der Arbeit an und habe drei bis vier Rezepte am Start, die gerne verbloggt werden möchten.




Und dann kommt der Stress des Alltags wieder, die Rezepte warten und warten und bis ich endlich mal wieder Zeit habe, ein neues Rezept zu veröffentlichen, habe ich schon längst vergessen, was mich eigentlich dazu inspiriert hat, genau diesen Kuchen oder Cookie zu backen.
So geschehen mit den Schoko – Birne - Cupcakes mit Piment.
Da musste ich heute erst mal richtig grübeln, wie ich denn überhaupt auf diese Kombination gekommen bin.

Piment kenne ich erst seit letztem Jahr, als ich in einem Münchener Restaurant gearbeitet habe und dort ein Piment – Sorbet auf der Speisekarte stand. Diese Begriff musste ich erstmal googeln und dann mit Erstaunen feststellen, dass ich tatsächlich noch nie von diesem winterlich – weihnachtlichen Gewürz gehört habe. Damals war die Freizeit unglaublich knapp und deshalb kam ich gar nie dazu, dieses Gewürz mal auszutesten. In meinem letzten Post habe ich euch ja schon von meinem Besuch auf der „Auer Dult“ und dem damit verbundenen Gewürz – Exzess erzählt. Nun, auch Piment wanderte damals in meine Gewürzschublade.




Und hiermit kommt auch meine Erinnerung zurück: es begann mit dem Kauf von Piment, welches ich natürlich nicht brauchte, es aber irgendwie unbedingt haben wollte. Da war es nun, das Piment – Gewürz. Und wollte gerne ausprobiert werden.
Wie so oft habe ich dann einfach ein Rezept „mit meiner Zunge“ entworfen. Das tue ich richtig oft: ich stelle mir den Geschmack von (zum Beispiel) Piment vor und frage meinen Gaumen (und meine Nase), was dazu denn passen könnte. Die Antwort: Birnen. Und was schmeckt mir zu Birnen? Schokolade. Die Frage nach einem Frosting war auch schnell geklärt, denn zur süß-säuerlichen Birne passt ein nicht zu süßes Cream –Cheese Frosting perfekt.

Piment muss man (im Gegensatz zu Zimt) nicht in jeder Gewürzschublade finden. Aber es ist eine nette Abwechslung, vor allem, weil es viel würziger und auch ein wenig scharf ist. Das passt wirklich sehr gut zu Birnen, aber auch zum Kürbis – Pie, Apfelstrudel oder sonstigem Herbstobst ;)





SCHOKO - BIRNE - CUPCAKES MIT PIMENT
(für ca. 12 Mini - Cupcakes)

für den Teig
60g weiche Butter
60g brauner Zucker
1 Bio - Ei, M
40g Mehl
1/2TL Backpulver
15g Kakaopulver

 für das Frosting
60g Butter,zimmerwarm
75g Puderzucker
110g Frischkäse, Doppelrahmstufe, zimmerwarm
1/2TL Vanillezucker
1TL Piment

für die Deko
1 Birne, in feine Stücke geschnitten
2EL brauner Zucker
1/2TL Vanillepulver


Für die Schokoladen-Cakes den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
Ein Mini - Cupcake - Blech mit Förmchen auskleiden.
Die weiche Butter mit dem Zucker 2 - 3 Minuten zu einer hellen Masse aufschlagen, dann das Ei dazugeben und die Masse erneut gut schlagen.
Mehl, Backpulver und Kakaopulver auf die Masse sieben und gut einrühren. Sollte die Masse zu fest sein, einen Schuss Milch dazugeben.
Nun je einen Teelöffel der Masse auf die Förmchen verteilen und die Cupcakes ca. 25 Minuten lang backen.

Die Birnenstückchen zusammen mit dem braunen Zucker und dem Vanillepulver in einem kleinen Topf auf mittlerer Hitze erhitzen und ca. 5 Minuten lang leicht köcheln lassen. Dann abkühlen lassen.

Für das Frosting die Butter mit dem Puderzucker zu einer hellen Masse aufschlagen, dann den Frischkäse in einer separaten Schüssel ebenfalls aufschlagen und beides miteinander vermengen.
Zuletzt den Vanillezucker und das Pimentgewürz dazugeben.
Bis zur Verwendung kühl stellen.

Kurz vor dem Servieren die Creme auf die Mini - Cupcakes spritzen und mit dem Birnen - Kompott dekorieren.